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3. Die Acta „Ansiedlung Marga ... „ Die „Acta Ansiedlung Marga und
Gründung eines selbständigen Grubebezirks „ beginnt mit der Bauvoranfrage
vom 19.10.1906 für eine Wohnsiedlung in der Gemarkung Brieske. Die Genehmigung datiert vom
14.03.1907 und 26.03.1907 mit zwei Auflagen. Die Bergbaugesellschaft „Ilse „
zeigte sich mit dem Schreiben vom 21.03.1907 mit den Bedingungen einverstanden.
Zwischenzeitlich war der von der „Ilse „ ausgelobte Wettbewerb mit dem
Zuschlag an Mayenburg beendet. Der erste Bauantrag für zwei Arbeiterwohngebäude trägt auf dem Lageplan die Prüfvermerke vom 12., 14. Und 26. 09.1907. zuvor hatte Mayenburg vermutlich die sogenannte „Kantine der Ledigenwohnheime „ an den Brikettfabriken gebaut. Die bauabschnittsweise folgenden
Teilpläne werden 1911 vom Bestandsplan der „Arbeiter - Gartenstadt - Marga
„ abgelöst, der jedoch auch weitere Planungsabsichten dokumentiert.
Beispielsweise die Kinderbewahranstalt (als Holzhaus errichtet, später
abgerissen) und die baulichen Erweiterungen an der südlichen Park- und Ringstraße
(nicht ausgeführt). Der amtliche Lageplan vom
10.09.1913 trägt die Bestätigungszeichen „landespolizeilich geprüft - Der
Regierungs - Präsident, Frankfurt a/O, den 27. Mai „. Er dokumentiert im
wesentlichen den Baubestand von 1913 und nach dem Bauabschluss der MARGA -
Kirche im Dezember 1914 und des Pfarrhauses im April 1915 zeigt er die
vollendete Gartenstadtanlage in ihrer signifikanten Radial - Ring - Struktur. Bereits 1913, zum 25 jährigen
Jubiläum der „Ilse - Bergbau - AG „, zeigt sich die Siedlung baulich
vollendet, auch die Wohnhöfe sind gärtnerisch gestaltet. Unvollendet waren im
zentralen Bereich sie Freiflächengestaltung des Marktplatzes , die Bauflächen
an der Kirche und die Kirche selbst. In der Chronik von 1913 wird die
Kolonie so beschrieben: „In ihrem Äußeren ist sie
eine kleine Villenstadt, deren schmucke Häuser
mannigfaltige Abwechslung der Fassaden und zahlreiche im Charakter der Straßenführung
begründete, reizvolle Eigentümlichkeiten zeigten. Neben architektonischer Schönheit
ist besonderer Wert auf die Erfüllung aller hygienischen Vorschriften gelegt
worden. Den Mittelpunkt der Anlage bildet der Marktplatz, um den herum sich die
öffentlichen Gebäude, Kirche, Schule, Kaufhaus, Bäckerei, Fleischerei,
gruppieren. Innerhalb der einzelnen, von vier Straßenseiten eingeschlossen,
aber ringsum von Gärten umgebenen Bauplätzen liegen Wäschetrockenplätze und
Kinderspielplätze. Die einzelnen Wohnungen gehen durch das ganze Gebäude
hindurch und haben infolgedessen zwei, in manchen Fällen auch drei Fronten, was
eine Durchlüftung und Besonnung ermöglicht Zu jeder Wohnung gehört ein hinter
dem Hause errichtetes Stallgebäude mit darüberliegendem Futterboden und zu
jeder Gruppe von Wohnungen eine Waschküche. Eine Gärtnerei, eine Bäderanlage,
ein Junggesellenheim, Pfarrhaus, Arztwohnung, Apotheke sind für die noch im Bau
begriffene, aber ihrer Vollendung sich nähernde Kolonie in Aussicht genommen. Zu dem Gesamtbilde ist, da der
Bau noch nicht abgeschlossen, ein wahrheitsgetreues Gipsmodell benutzt worden. Nach vollständigem Ausbau der
Kolonie auf Grube MARGA werden auf allen Werken zusammen zur Verfügung stehen
260 Familien- und 40 Junggesellenwohnung für Beamte, ferner 1000
Arbeiterfamilienwohnungen sowie Unterkunfts- und Schlafräume für 1200
unverheiratete Arbeiter. Die Durchschnittswohnung besteht aus zwei Stuben,
Kammer und Küche, Keller, Boden, Stallung und hat in der Regel einen Zier- und
Gemüsegarten...“ Die Zahlen von1924 und 1927 beziehen aber schon den werkseitig geförderten Eigenheimbau ein. Eigenheime wurden mit der Gründung der Bergmannsheimstätte südlich und westlich der Kolonie errichtet. Diese Siedlungsbereiche sind nicht Gegenstand der Untersuchung. Die Einwohnerzahl der Kolonie wuchs bis 1914 auf 2500 und wird 1922 mit 3377 angegeben (im Vergleich: das Dorf Brieske mit 257 Einwohnern).Dieser beträchtliche Zuwachs bezieht aber mit Sicherheit die Bergmannsheimstätten ein, denn tatsächlich wurden nach dem 1. Weltkrieg 1920/21 nur drei Wohngebäude an der Briesker Straße und vier Gebäude in der Elster Straße nach 1930 errichtet. |
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